Im Humanbereich ist die Nutzung von Pulsuhren im Training völlig normal. Sie ermöglichen es Sportlern und Trainern, die Intensität der Belastung zu kontrollieren und sicherzustellen, dass das Training optimal auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist. Durch die Nutzung einer Puls Uhr kann die Trainingsintensität besser gesteuert werden. Je nach Trainingsziel können verschiedene Pulszonen definiert werden, die auf das individuelle Fitnesslevel des Sportlers angepasst sind.

Darüber hinaus können sie auch zur Überwachung der Erholung nach dem Training verwendet werden. Geht die Herzfrequenz angepasst schnell runter, ist alles in Ordnung und das Training hat dein Pferd nicht überfordert. Bleibt der Puls sehr lange in der hohen Frequenz bevor der Ruhepuls wieder erreicht wird, könnte eine Überlastung oder eine Krankheit dahinterstecken.

Die Hilfen die uns die Pulsmessung bei unserem eigenen Training gibt, können wir auch auf das Training mit unseren Pferden übertragen. Freizeitpferde werden oft unterschätzt, ihr Training ist weniger intensiv und viele Pferde leiden an massivem Übergewicht. Mangelndes Training und übermäßige Fütterung führen dazu, dass nicht genügend, der zugeführten Kalorien, verbrannt werden, um Gewicht zu verlieren. Es entwickeln sich Wohlstandkrankheiten wie EMS, Hufrehe, Atemwegsprobleme oder Gelenk,- und Sehnenschäden.

Die individuellen Herzfrequenzzonen eines Pferdes hängen von verschiedenen Faktoren wie Alter, Fitnesslevel und Gesundheitszustand ab. Bei Pferden die nach einer Krankheitsphase antrainiert werden oder das Ziel der Gewichtsabnahme haben, sollten grade in der Anfangszeit nicht überlastet werden. Hier sollte der Fokus auf einem kurzen und intensiven Training liegen das nach und nach gesteigert wird.
Das Herz ist ein Muskel und kann sich durch entsprechendes Training entwickeln und anpassen. Die Effizienz des Herzens verbessert sich, wodurch das Blut leichter durch den Körper gepumpt werden kann. So können Nähstoffe und Sauerstoff besser du den Muskeln und Organen transportiert werden. Die verbesserte Versorgung liegt aber nicht nur daran, dass das Herz sich entwickelt.
 
Die Herzfrequenzzonen bei Pferden werden in fünf Bereiche unterteilt:
1.    Ruhezone: Dies ist die Herzfrequenz im Ruhezustand des Pferdes, normalerweise zwischen 28 und 44 Schlägen pro Minute.
2.    Fettverbrennungszone: Diese Zone liegt in der Regel bei etwa 120-140 Schlägen pro Minute. In dieser Zone beginnt das Pferd vermehrt Fett als Energiequelle zu nutzen.
3.    Aerobe Zone: Diese Zone liegt normalerweise zwischen 140-160 Schlägen pro Minute. In dieser Zone arbeitet das Herz-Kreislauf-System effizient und das Pferd kann über einen längeren Zeitraum eine moderate Intensität aufrechterhalten.
4.    Anaerobe Zone: Diese Zone liegt normalerweise zwischen 160-180 Schlägen pro Minute. In dieser Zone arbeitet das Pferd mit hoher Intensität und es kommt vermehrt zur Bildung von Milchsäure in den Muskeln.
5.    Maximale Herzfrequenzzone: Diese Zone liegt bei etwa 180-200 Schlägen pro Minute. In dieser Zone arbeitet das Pferd mit maximaler Anstrengung und kann nur für kurze Zeit aufrechterhalten werden
 
Der Huf mit dem Hufmechanismus spielt hier auch eine sehr wichtige Rolle. Der Hufmechanismus wird durch die Bewegung des Pferdes aktiviert. Wenn das Pferd seinen Huf auf den Boden setzt, wird der Hufmechanismus ausgelöst. Der Druck auf den Huf bewirkt eine Kompression der Blutgefäße in den Beinen, was den Blutfluss nach oben in Richtung Herz fördert.
Wenn das Pferd dann seinen Huf vom Boden abhebt, entspannen sich die Blutgefäße wieder und das Blut kann frei fließen. Dieser Zyklus wiederholt sich mit jedem Schritt des Pferdes und unterstützt so den Rückfluss des venösen Blutes aus den Beinen. Dies ist besonders wichtig für Pferde, da sie einen Großteil ihres Körpergewichts auf ihren Beinen tragen. Durch die regelmäßige Aktivierung des Hufmechanismus wird der Blutfluss effektiv gefördert und verhindert, dass sich Flüssigkeit in den Beinen ansammelt.

Das Pferd ist von Natur aus ein Bewegungstier und benötigt regelmäßige Bewegung, um körperlich und geistig gesund zu bleiben. Durch ein zielorientiertes Training, nicht nur im Bereich der Lektionen, können wir unser Pferd körperlich lange gesund und fit erhalten. 
Hatte dein Pferd schon einmal angelaufene Beine? Versuchst du, dass dein Pferd im Winter die Kilos von der Sommerweide verliert, aber es klappt nicht so wirklich? Dein Pferd hatte eine Sehnenverletzung und du möchtest mit dem Training starten?
 
Melde dich gerne bei mir und wir können ein Training inklusive einer Pulsmessung machen. Du bekommst danach von mir eine Auswertung, wann dein Pferd nach welchem Training die entsprechenden Pulszonen erreicht und wie lange es diese hält. So kannst du dein Training effektiver gestalten und die Fitness deines Pferdes verbessern!
 
Viele Grüße und einen schönen sonnigen Tag,
 
Alexandra